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Lofoten – Norwegen

Hallo,
ich bin Claus aus Hamburg und lese schon geraume Zeit auf dieser Seite mit. Auf Bitten von Sabine habe ich mich entschlossen, einmal einen Gastbeitrag zu meiner Lofoten-Reise im August dieses Jahres zu schreiben.
Erstmal ein paar allgemeine Dinge, die aber nicht unwichtig sind. Norwegen hat überall grandiose Landschaften und ist grundsätzlich relativ teuer. An den recht spärlich vorhandenen Tankstellen kostete Benzin und Diesel etwa 2 Euro pro Liter, Ladestationen von verschiedenen Anbietern für Strom sind deutlich mehr vertreten und etwa halb so teuer. Auch Lebensmittel sind deutlich teurer als hier. Eine 500 Gramm Packung Weintrauben kostete grob zwischen 5 und 6 Euro. Da oben haben die halt ein deutlich höheres Einkommensniveau.
Das Wetter ist durchaus launisch, man kann innerhalb kurzer Zeit alle Jahreszeiten durchleben. Es empfiehlt sich wirklich gute wetterfeste Outdoorkleidung und wasserfestes Schuhwerk. In Ortschaften reicht normale Kleidung und Sneaker oder so. Aber sowie du in die Natur gehst – und dass kommt öfter vor als man glaubt🙂 – fällst du mit Jeans fast auf. Der Boden ist überall felsig und die spärliche Vegetation oft durchnässt und matschig, da ist festes eingelaufenes Schuhwerk Pflicht. Wir hatten 2 Wanderungen eingeplant, die wir beide nicht gemacht haben. Einmal einen dreistündigen Tripp über Stock und Stein zu einem Traumstrand, Kvalvika Beach, weißer Sand und Karbikwasser, aber der Weg war viel zu nass und matschig und trotz Nebensaison verdammt voll. Außerdem haben wir überraschend viele andere Traumstände gesehen, mit denen wir in Norwegen gar nicht gerechnet haben. Das zweite war der Berg Reinebringen, etwa 450 Meter hoch meine ich. Es führen fast 2000 hohe Steinstufen da hoch. War uns als Hotspot zu voll und wir sind nicht fit genug so viele Treppen zu steigen. Und geregnet hat es auch. Dafür haben wir tolle Drohnenaufnahmen von der Aussicht 🙂👍🏻.
Weiterhin sollte man etwas Englisch können, ganz ohne geht gar nichts, man kann aber gut klarkommen. 
Zwingend erforderlich ist ein Smartphone und eine Kreditkarte, möglichst ohne Auslandseinsatzgebühren. Wir haben nicht einmal Bargeld in der Hand gehabt oder gesehen, dass andere es nutzen. Wenn wir beim Bezahlen sagten “ mit Karte bitte“ wurden wir belächelt oder gefragt wie denn sonst 😂.
Das Smartphone brauchst du zum Navigieren oder schnellem Übersetzen von Texten usw. und für jede Menge Apps die man braucht. Z.B. die verschiedenen Stromanbieter um das Laden des Autos zu bezahlen. Die Parkplatzapp „easypay“ ist dringend erforderlich, es wird an fast allen Stellen innerhalb der Orte und auch tatsächlich in der Pampa damit bargeldlos bezahlt. Nicht zu bezahlen wird teuer, die kontrollieren selbst in der Pampa intensiv. Ist dein Kennzeichen nicht registriert sind 900 Kronen, etwa 90 Euro plus die gebührenpflichtig nacherhobene Parkgebühr fällig. Auf die Fähren fährt man rauf und über die Registrierung bei Autopass werden die Fahrkosten und Mautgebühren abgerechnet. Leihwagen sind da registriert, private Autos müssen das selbst machen. Die Fluggesellschaft hat uns beim onlineeinchecken 2 oder 3 Tage vor dem Flug einen QR Code als Bordkarte geschickt. Damit haben wir uns dann selbst durch Scannen den Kofferaufkleber ausgedruckt, angebracht und das Gepäck selbst aufs Transportband gelegt, gescannt und ab gings in die Katakomben. Da war nur noch ein Mensch fürs Sperrgepäck da, alles über Apps mit dem Smartphone. Die sind deutlich weiter was das betrifft. Wir hatten überall Empfang, sogar in einem 8 km langen Tunnel durch einen 2000 Meter hohen Berg hatten wir 5G Empfang und konnten das Telefon problemlos nutzen.
Und man braucht Zeit, die Straßen sind Großteils sehr schmal und kurvenreich, man fährt langsamer und muss immer wieder dem Gegenverkehr ausweichen. Die Fahrtzeit ist überall etwa doppelt so lange wie hier. Einen Tag waren wir von Andenes nach Bodö mit einer einstündigen Fährfahrt und einem Stopp am Gezeitenstrom Saltstraumen 12 Stunden unterwegs. So, das sollte an allgemeiner Info erstmal reichen 😂.

Wir sind hier bei super Wetter gestartet und in Bodö bei Sturm und Regen angekommen. Da dann schnell den Leihwagen in Empfang genommen und zum Hotel. Eine kleine Runde durch Stadt und Hafengebiet bevor es in eine sehr gemütliche Pizzeria mit oberleckeren Pizzen und danach ins Bett ging. Am nächsten Morgen gings dann bei gutem Wetter aber noch ordentlich Wind auf die 3-stündige Fährüberfahrt auf die Lofoten selbst.  Das war schon echt angenehme Erholung, wie eine Minikreuzfahrt.

Nach dem Anlegen ging es dann in den Ort mit dem kürzesten Namen den ich kenne, nämlich Å. Ein sehr alter Fischerort im Süden der Inselgruppe mit fast ausschließlich roten Häusern auf Stelzen direkt am Wasser auf die Felsen gebaut. Absolute Idylle und traumhaft schön, und natürlich Fotomotive ohne Ende, auch wenn sich vieles ähnelt. Die Farbe der Häuser hat mit dem Vermögen der Menschen zu tun. Rot war billig in der Herstellung und von den armen Fischern am meisten genutzt. Dann gibt es noch das etwas teurere Gelb und das ganz teure Weiß, was von den Wohlhabenden genutzt wurde und wird. Die Fischerhütten nennen sich Rorbuer und werden heute mit modernster Inneneinrichtung überall nachgebaut und dienen als Unterkünfte für Touris. Wir hatten eine kleine ursprüngliche und sehr gemütliche Hütte in dem Ort, einem der schönsten Orte. In der sehr ursprünglichen Bäckerei gab’s die besten Zimtschnecken überhaupt, genial 😂. Wir haben das Dorf natürlich ausgiebig erkundet und wie dort überall gab es Unmengen von Stockfischgestellen die tatsächlich noch genutzt werden und sehr viele verfallene, fast Lost Place artige Rorbuer.

Am nächsten Tag sind wir ins nahegelegene Reine gefahren. Auch ein tolles Örtchen mit vielen schönen Ecken, Stockfischgestellen usw. Besonders schön aus der Luft von oben anzusehen. Wie schon gesagt sind wir nicht auf den Reinebringen gestiegen und haben die Drohne fliegen lassen. Wir haben uns dann noch die eine oder andere Inselbrücke und nette Stellen angeguckt, unter anderem das Gelbe Haus vor einem Berg, der aussieht als wenn ein Zwerg mit spitzem Hut seinen Kopf in den Mantel zieht. Ein sehr bekanntes Motiv was natürlich nicht fehlen durfte 🙂.

Am nächsten Tag sind wir weiter gefahren nach Fredvang, wo wir eigentlich den Kvalvika Beach erwandern wollten, aber dann doch gerne verzichtet haben. Wir sind dann nach Ramberg gefahren, wo wir eine recht luxuriöse Campinghütte gebucht hatten. Sehr schön eingerichtet, nur das Bad war etwas, sagen wir ungewöhnlich. Die Tür ging nach innen auf und mit dem ersten Schritt stand man in der Dusche. Tür zu. Duschvorhang vor die Tür ziehen, auf der anderen Seite einen Duschvorhang vor Toilette und Waschbecken zuziehen um dann in einer sehr schmalen Nische zwischen zwei Vorhängen zu duschen. Da das ganze Bad einen ebenen Fußboden mit Ablauf in der Mitte hatte, musste der nächste, der mal auf Toilette wollte, zwingend Schuhe tragen, weil das Wasser von den Vorhängen auf den Boden lief. Hat aber gereicht 🙂. Dafür gab’s dort einen Traumhafen Strand mit kristallklarem türkis schimmerndem Wasser und der bekannten roten Hütte am Strand. Eigentlich nur eine von vielen roten Hütten in toller Kulisse, aber Hotspot 🙂.

Tags darauf gings dann weiter, wie immer durch grandiose Landschaften, entlang der Berge mit Wasserfällen, Regenbögen, Küste, Strände usw. Wir sind nach Nusfjord gefahren, mein absolut größtes Highlight der Reise. Ein Fischerdorf umgeben von hohen Bergen, tolle gelbe und rote Gebäude. Es ist ein Museumsdorf wo man 100 Kronen Eintritt zahlt, das von einheimischen aber noch betrieben und erhalten wird. Touris können dort auch Rorbuer mieten, Autos sind verboten, nur die Betreiber dürfen rein. Parkplätze sind sehr sehr knapp bemessen, getrennt nach PKW und Womos/Bussen. In der Hauptsaison absolut überlaufen, jetzt sehr angenehm verteilt alles. Mein Lieblingsort mit den zweitbesten Zimtschnecken 😂😋.

Am nächsten Tag sind wir von Ramberg in Richtung Svolvaer, dem größten Ort der Lofoten mit ca 24.000 Einwohnern gefahren. Unterwegs haben wir uns bei Regen das Lofoten-Eye oder Devilseye angeguckt, einen kugelförmigen Stein in einem mit Wasser gefüllten Loch im Felsen. In Svolvaer haben wir uns wieder die Stadt angeschaut, da spielt sich wieder alles im Hafenbereich ab, sehr attraktiv.

Am nächsten Tag haben wir dann eine Trollfjord-Tour mit einem Elektro-Katamaran gebucht. Sehr sehr beeindruckend Landschaft mit vielen Regenbögen obwohl wir nicht nass wurden, erst im Trollfjord, einer Sackgasse, gab’s eine Husche. Unterwegs haben wir sehr sehr viele Seeadler gesehen, fantastisch und riesig groß.

Nach der Tour sind wir dann nach Henningsvaer gefahren. Dem nächsten Touri-Hotspot mit dem weltbekannten Fußballplatz auf Felsen auf einer Halbinsel. In einem netten Kaffee mit Tischen und „Zebrastreifen“ in Regenbogenfarben haben wir dann unsere Zimtschneckenchallenge fortgesetzt.

Tags darauf haben wir dann noch einen Teil der Insel befahren und verschiedene Stellen aufgesucht, die in den Reiseführern so erwähnt werden, das Abbruchhaus mit dem Gasmaskenträger als Graffiti, Rolfs Bar, einer unverschlossenen Hütte die von Wanderern usw. als Unterschlupf genutzt werden kann und wo jeder irgendwas dalässt. Diverse Flaschen. Strandgutfunde, Bilder, Sprüche, Gitarre usw. Sehr sehenswert aber nicht zum Übernachten geeignet. Ein großzügiger Bauer hat nebenan einen modernen Turm mit kleinen leeren Räumen gebaut wo Leute mit eigenem Schlafsack mal trocken übernachten können.

Dann gings weiter, runter von den Lofoten auf die Vesteraalen, der Nachbarinselgruppe. Hier entlang toller Strecken bis ganz nach oben nach Andenes, wo wir die schönste Unterkunft im langweiligsten Ort hatten 🙂. Das Wetter war Gott sei Dank genial, Sonne, kein Wind, spiegelglatte See, so dass unsere Whalewatchingtour auch stattgefunden hat. Gar nicht so weit vom Ufer haben wir erst Delphine und dann eine 10 Tiere umfassende Orka-Schule begleitet. Ein unglaubliches Erlebnis!

Im Anschluss sind wir noch an einen Strand in Bleik gefahren wo wir ein paar Glaskugelbilder gemacht haben. Auf einer weiteren Rundfahrt hat Caro dann eine Vollbremsung gemacht weil direkt vor uns ein stattlicher Elch aus dem Busch guckte.  Den haben wir natürlich etwas begleitet im Abstand von ca. 5 bis 6 Metern. Klasse Abenteuer. Wir haben dann noch weitere Elche und Adler gesehen bevor es wieder zurück ging. 

Einen Tag später gings von Andenes zurück nach Bodö, diesmal bei tollem Wetter. Spannend war neben der grandiosen Landschaft eine Fährüberfahrt und der Stopp bei einem der stärksten Gezeitenströme der Welt, dem Saltstraumen. Unglaublich was für eine Geschwindigkeit und Kraft das Wasser bei Ebbe und Flut bekommt. Da bilden sich heftige Strudel, Baden ist tödlich. Man kann auf und unter der Brücke über den Saltstraumen gucken gehen, sehr beeindruckend und sehenswert.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann 150 km weiter zum Svartisen Gletscher. Man setzt mit einer Fähre über einen grünen Bergsee, dann haben wir uns ein Rad geliehen und sind 3 km gefahren bis es nur noch 2 km zu Fuß zum Gletschereis waren. Das ging dann aber echt über nackten Felsen, Schotterwegen und durch Bäche in die Berge. Ich habe nach etwa der Hälfte abgebrochen, gut so, es war mir echt zu riskant.  Die anderen sind noch etwas weiter. Caro kam auch schnell zurück, weil es immer steiler, wilder und anstrengender wurde und wir alle keine Kletterer sind. Andy, Daniel und Alex sind noch höher, haben aber aus Zeitgründen und Vernunft auch 900 Meter vorm Eis abgebrochen. Wir mussten dringend zurück um die letzte Fähre ans Festland zu kriegen wo unser Auto stand. Auf dem Rückweg wurden wir dann von einer Mutterkuh angegriffen die ihr Kalb schützen und uns nicht vorbeilassen wollte. Ist voll gegen mein Rad gelaufen. Ich hatte echt Angst bekommen, die kam noch mehrmals kurz auf uns zu gerannt bis wir genug Abstand hatten und letztlich durch Wald und Büsche um sie rum gegangen sind. Was für ein Abenteuer….

Wir sind erst spät wieder in Bodö angekommen, nochmal zu der schon erwähnten Pizzeria gegangen und dann ins Bett. Am nächsten Morgen gings dann zum Flughafen und nach Hause. Das war wirklich einer meiner schönsten Urlaube. 

Tschechien-Lost Place

Zum Ostersonntag sind wir los gefahren um in Tschechien einen Lost Place zu besuchen, welcher auf meiner Wunschliste schon lange an oberster Stelle stand. Dieses mal sollte sich mein Wunsch erfüllen.

Gestern noch war der Osterhase mit Regenschirm unterwegs. Doch heute sollte es ohne besagtem Schirm klappen.

Zuerst haben wir gar nicht recht gewusst, wo der Lost Place genau zu finden ist und sind erst in die falsche Richtung gegangen. Die Gegend dort ist aber überall wunderschön. Irgendwie fühlt man sich, als kommt man in ein El Dorado für Wanderer. Obwohl ich nicht mal genau sagen könnte, was das Gefühl direkt ausmacht. Doch eins weiß ich genau, ich liebe diese Gegend. Und bestimmt kannst auch du den Zauber spüren, wenn du dort spazieren gehst.
Vielleicht inspirieren dich auch die Fotos mal einen Ausflug dahin zu wagen.


Im Herbst allerdings muss es dort noch schöner sein, denn dann blüht die Heide, welche jetzt nur ansatzweise zu sehen war.

Bevor ich euch die Fotos von dem Lost Place zeige, geht es zuerst durch den verwunschenen Wald.
Da uns dort keine Leute begegneten, konnten wir die Stimmung, die Stille und den Zauber ganz für uns spüren.
Ganz in der Nähe gibt es auch einen Parkplatz von dem aus man direkt in den Märchenwald und danach zu dem Lost Place kommt.

Vorbei an einer Ruine mit Betonpfeilern, welche recht hübsch mit Moos bewachsen ist. Zu sehen ist die gleich links am Wegesrand und gibt einen ersten Vorgeschmack, was noch von dem Lost Place folgt.


Unser Ziel, also ein Lost Place (im Wald versteckt), eine alte Zinnmine, welche 1939 gebaut wurde.
In Betrieb wurde sie aber wohl erst 1943 mit Hilfe von Kriegsgefangenen genommen. Gut, das hat jetzt nun überhaupt nichts mehr märchenhaftes sondern dort holt einen die Realität wieder ein.
Es sollen wohl ca. 800 Menschen bei voller Produktion dort gearbeitet haben.
Nach Kriegsende so zwischen 1946 und 1947 wurde die Mine ausgeschlachtet und als „Verlorener Ort/Verlassener Platz“ der Natur überlassen.
Nun sind die Überbleibsel (mehrstöckige Stahlbetonkonstruktion der Aufbereitungsanlage, Mauerreste vom Schacht I, Becken des Schlammverdichters) zu entdecken und man kann seiner Phantasie freien Lauf lassen, wie es wohl früher dort zu ging. Immerhin ist das Betongerüst noch heute sehenswert und man taucht ab in eine andere Welt. Passt man allerdings dort nicht auf, taucht man auch wörtlich gesehen ab in eine andere Welt. Denn überall sind Löcher in der Erde und im Beton. Ungefährlich ist es also nicht. Bei uns in Deutschland wäre dieser Lost Place bestimmt aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Die Fotos zeigen nicht nur den Lost Place, sondern auch die dortige Gegend, wo ich so gerne spazieren gehe.
Zwischenzeitlich zogen echt bedrohliche Wolken auf und wir hatten schon die Befürchtung, doch noch klitschnass zu werden, aber dann lichtete sich der Himmel und wir konnten uns wieder an der Sonne erfreuen.

Auf dem Heimweg mussten wir doch noch schnell auf die Bremse drücken, als die Sonne durch die Bäume schien und die Straße in ein geheimnisvolles Licht hüllte. Noch jetzt bekomme ich Gänsehaut, wenn ich das Bild betrachte, so wunderschön und magisch war die Stimmung.


Infos zum besagten Lost Place gibt es auch auf der Seite:
bergbaufreunde-sachsen.de/erzgebirge/sauersack-rolava

Carlsfeld im Winterkleid

Jetzt aber flotti flotti! Muss mich echt beeilen, den Beitrag zu posten, bevor ihr vom Winter genug habt und nur noch Frühlingsbilder sehen wollt, denn der Frühling klopft an, steht schon vor der Tür und mit ihm die wunderschönen kräftigen Farben.

Falls ich doch schon mal behauptet habe, dass ich den Winter nicht so mag, muss ich heute mal einen leichten Widerspruch einlegen.
Wenn der Winter in seiner ganzen Pracht und Anmut daher kommt, also mit Schnee und Sonnenschein, dann gibt es kaum etwas Schöneres, als ab nach draußen und einen Winterspaziergang zu machen.
Lasst eure Blicke über die glitzernden Pflanzen, Bäume und Wiesen gleiten. Freut euch, es ist ein funkelndes Geschenk der Natur an uns!
Also ich konnte mich kaum satt sehen, wenn es überall blinkt, funkelt und glänzt. Es ist, als wenn überall Diamanten verstreut sind.
Legt man einmal los und fotografiert die Eiskristalle, ist man wie im Rausch und kann gar nicht wieder aufhören, weil man immer neue Gebilde und Formen entdeckt.

Uns hatte die Wanderlust gepackt und da meine Arbeitskolleginnen mir schon öfter von der Talsperre Carlsfeld vorgeschwärmt hatten, war genau diese unser ausgewähltes Ziel.
Die Wanderung war zwar nur gut 15 min, denn gleich nach der Brücke haben wir eine kleine private Imbisspause eingelegt und sind dann aufgrund der Kälte und bevorstehenden Dunkelheit wieder umgekehrt. Falls ihr euch nun fragt, welche Wanderung…? 15 min laufen kann man ja wohl nicht als Wanderung bezeichnen. Dann kann ich nur zu unserer Verteidigung sagen, dass ja die gute Absicht zählt.
Doch wir konnten, trotz mini Wanderung, einen guten Überblick über die wunderschöne Gegend dort erhalten und haben auch ein Wetterphänomen entdeckt, welches wir bis dato noch nicht gesehen hatten. Eine Haloerscheinung. Wohl gar nicht so selten zu sehen. Diese war auch nicht ortsgebunden, sondern auch anderswo sichtbar.
Solche Lichteffekte (vor allem in hohen Wolken, fallenden Schneekristallen, im Eisnebel oder auf Schnee-oder Reifdecke zu sehen), die durch Reflexion und Brechung von Licht an Eiskristallen entstehen.


Nun noch paar Fakten zur Carlsfeld, welcher ein Ortsteil von Eibenstock ist und zum Erzgebirgskreis gehört. Ein Ort, welcher relativ schneesicher im Winter ist, denn er liegt auf 837 m Höhe. Tatsächlich liegt die Talsperre noch höher. Nämlich auf 905 m Höhe und ist damit die höchstgelegene Trinkwassertalsperre von Deutschland. Da sie so hoch liegt, braucht es keine Pumpen, sondern das Wasser kann in freiem Gefälle ins Versorgungsgebiet fließen.
Natürlich ist dort Baden und Wassersport verboten. Doch aufgrund der wunderschönen Lage, ist sie dennoch ein Besuchermagnet. Für Radfahrer und Wanderer ein Eldorado. Im Winter zieht es dann noch die Skilangläufer dahin. Zum Skifahren und Snowboarden läd das Skigebiet Hirschkopf ein.
Sommer wie Winter (Frühling und Herbst natürlich auch 😉 ) ein malerischer Ort, welcher Naturliebhabern alles bietet.


Quizfrage. Was ist das? Sieht wie viele kleine Ufos aus… Oder etwa nicht?